Tel: +43 (1) 5338448-10 | E-mail: email@besseres-europa.at | Adresse: Bartensteingasse 16/22, 1010 Wien

Die Politik ist nach wie vor eine Männerdomäne. Im EU-Durchschnitt liegt der Frauenanteil in den nationalen Regierungen bei 27 Prozent. In Österreich ist der Anteil etwas höher: 2013 lag der Anteil der Frauen in der österreichischen Regierung bei 43 Prozent.
„Frauen in der Politik“ – das war auch das Thema der vom Bürgerforum Europa 2020 zusammen mit der OSZE initiierten Veranstaltung im Haus der Europäischen Union.
Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Othmar Karas sieht die aus einer männerdominierten Welt von vorgestern stammende Partei- und Politikstruktur als das grundlegende Problem.

 

„Die Partei- und Politikstrukturen basieren auf lebenslanger Mitgliedschaft und auf möglichst dauerhafter Präsenz in Strukturen und Funktionen.“ Othmar Karas

Viele Frauen können dieses veraltete Modell nicht mit ihren Anforderungen vereinbaren. Um die Situation von Frauen zu verbessern, müssten sich daher die politischen Strukturen für temporäres und thematisches Engagement öffnen.

 

Quotenregelungen sind ambivalent
Als Lösung für das Problem des Mangels an Frauen in der Politik, aber auch in anderen Berufsfeldern, wird oft eine Quotenregelung vorgeschlagen. Für Othmar Karas ist eine Quotenregelung jedoch ambivalent, denn viele Frauen lehnen sie ab, da sie keine „Quotenfrauen“ sein wollen. Zudem ist eine Erhöhung des Frauenanteils durch eine Quotenregelung nicht immer garantiert. So kann es, wie beispielsweise in Norwegen, dazu kommen, dass wenige Frauen mehr Positionen einnehmen. Dadurch haben die Frauen mehr Funktionen, aber der Frauenanteil erhöht sich nicht. Eine Quotenregelung sei daher nicht die Lösung des Problems.

 

„Ich trete für einen Struktur- und Kulturwandel in der Politik ein und versuche, dies in meinem politischen Verantwortungsbereich auch zu leben.“ Othmar Karas